Generative KI liefert Kontext? Ja klar, aber egal welches Modell, welcher Anbieter: Möchte man ein Word-Dokument oder eine Powerpoint-Präsentation, lassen sich diese häufig nicht öffnen oder enthalten nur Teile der Ausgabe. Das das einzige Dateiformat, das LLMs wirklich zuverlässig liefern, ist Markdown (*.md) – eine sehr simple, ursprünglich 2004 von John Gruber entwickelte Auszeichnungssprache, die mit einfachen Sonderzeichen Textformatierungen erlaubt. Doch die Alltagstauglichkeit von Markdown ist eher bescheiden, weil bislang kein Office-Paket, egal von welchem Hersteller, Markdown wirklich unterstützt (Hinweis: Für Februar 2026 ist LibreOffice v26 angekündigt, das als ein neues Main Feature die Markdown-Unterstützung mitbringen wird).
Eine sehr schöne Lösung stellt pandoc dar: Kommandozeilenbasiert wandelt es .md in .docx oder .pptx um:
Jedes beliebige Terminal kann benutzt werden, also Windows Terminal, der gute alte DOS-Prompt oder auch Powershell, im Terminal in VS Code gibt’s sogar Vorschläge von Github Copilot!
Ja, erfordert aber zusätzlich eine LaTEX-Installation, und da die meisten Dokumente ohnehin noch bearbeitet werden, wird hier der Weg über das eigene Office-Paket der elegantere sein.
Digitale Kameras (ja, auch die in Handys!) schreiben beim Speichern einer Aufnahme eine ganze Reihe fotografisch relevanter Daten (Belichtung, ISO-Zahl, Brennweite, Blende, Kameramodell) als sog. EXIF-Daten in die Bilddatei – übrigens nahezu unabhängig vom Zielformat, sowohl RAW als auch JPG enthalten diese Daten. Und auch unabhängig vom Kamerahersteller, denn EXIF ist ein weltweiter Standard.
Allerdings, da das Speicherformat von Bildern immer ein binäres ist, werden die EXIF-Daten ebenfalls dort binär abgelegt, was das Auslesen etwas aufwändiger macht. Jedem EXIF-Tag (Belichtung, ISO-Zahl, Brennweite,..) ist eine hexadezimale Tag-ID zugeordnet, und jeder EXIF-Tag hat einen spezifischen Datentyp, ggf. sogar eine Auswahlliste fest vorgegebener Werte. Wer sich reinnerden will: https://exiftool.org/TagNames/EXIF.html.
Aber egal, ob für eine Bilddatenbank oder RAG für eine lokale KI, man kann den Job mit Powershell erledigen, wir bauen uns ein CmdLet Get-ExifData, das für ein gegebenes Bild die EXIF-Daten ausliest.
Zwei kleine Helper-Funktionen
Ich kann mich an eine Auftragsarbeit in C# vor Jahren erinnern, wo das Auslesen der EXIF-Daten in eine ziemliche Konvertierungsorgie eskalierte. Powershell ist da freundlicher, weil es viele Konvertierungen implizit vornimmt. Trotzdem erstellen wir uns eine kleine Konvertierungsfunktion für die wichtigsten Datentypen, auf die wir treffen werden – Byte, ASCII, short, long, rational (Fließkomma):
Und weil beim rational-Datenformat jemand ganz kreativ war (es stellt eigentlich einen ganzzahligen Bruch dar: Die ersten 4 Bytes sind der Zähler, die zweiten 4 Bytes der Nenner), hier noch eine zusätzliche Konvertierung, damit daraus ein in Powershell verwendbarer double wird:
Diese Liste kann natürlich beliebig erweitert werden, hier wurden nur die wichtigsten der gut 80 EXIF-Tags ausgewählt.
Die eigentliche Skript-Logik
Und dann kann es auch schon losgehen: $Image enthält den vollständigen Pfad zu einer Bilddatei, aus der wir ein System.Drawing.Image machen. Diese .NET-Klasse stellt uns die EXIF-Daten als PropertyItems zur Verfügung, über die wir iterieren und nach „unseren“ TagIDs suchen. Bei einem Treffer kommt unsere Get-ExifValue Funktion zum Einsatz, und wir schreiben den nun für Powershell lesbaren Wert in unsere Ergebnisdaten $exifData.
if (-not (Test-Path$Image)) {Write-Error"File not found: $Image"return }try {$imageObj = [System.Drawing.Image]::FromFile($Image)# Hashtabelle für EXIF-Daten$exifData = [ordered]@{}# Die EXIF-Daten sind PropertyItems des Image-Objektsforeach ($propin$imageObj.PropertyItems) {# Konvertiere die numerische Property-ID in einen 4-stelligen Hexadezimal-String (z.B. 0x829A)$id = '{0:X4}'-f$prop.Id# Verwende einen sprechenden Namen aus $exifTags, falls verfügbar, sonst einen generischen Namen$name = $exifTags[$prop.Id] ?$exifTags[$prop.Id] : "Unknown_0x$id"# Dekodiere den Property-Wert mit der Hilfsfunktion, abhängig vom Typ$value = Get-ExifValue$prop# Speichere den Property-Namen und den dekodierten Wert in der Hashtabelle$exifData[$name] = $value }$imageObj.Dispose()# Gib alle EXIF-Daten als PowerShell-Objekt aus [PSCustomObject]$exifData }catch {Write-Error"Could not read EXIF data from $Image. $_" }
Weil Speicher begrenzt ist, wird am Ende noch das Image entsorgt (Dispose()), und weil Dateizugriffe kleine Zicken sind, liegt das Ganze in einem robusten Try...Catch Block.
Das fertige CmdLet im Ganzen
Und hier nochmal das ganze Skript verpackt in ein CmdLet Get-ExifData:
functionGet-ExifData { [CmdletBinding()]param ( [Parameter(Mandatory, Position = 0, ValueFromPipeline, ValueFromPipelineByPropertyName)] [Alias("FullName")] [string]$Image )begin {$exifTags = @{0x0100 = "ImageWidth"0x0101 = "ImageHeight"0x010F = "Make"0x0110 = "Model"0x0112 = "Orientation"0x0132 = "DateTime"0x829A = "ExposureTime"0x829D = "FNumber"0x8833 = "ISOSpeed"0x9003 = "DateTimeOriginal"0x9201 = "ShutterSpeedValue"0x9202 = "ApertureValue"0x9204 = "ExposureBiasValue"0x9209 = "Flash"0x920A = "FocalLength"0xA002 = "PixelXDimension"0xA003 = "PixelYDimension"0xA405 = "FocalLengthIn35mmFilm"0xA432 = "LensSpecification"0xA434 = "LensModel"0xA420 = "ImageUniqueID" }functionConvert-Rational {param ($bytes)$num = [BitConverter]::ToUInt32($bytes, 0)$den = [BitConverter]::ToUInt32($bytes, 4)if ($den -eq 0) { return$num }return [math]::Round($num / $den, 4) }functionGet-ExifValue {param ($prop)switch ($prop.Type) {1 { return$prop.Value[0] } # BYTE2 { return ([System.Text.Encoding]::ASCII.GetString($prop.Value)).Trim([char]0) } # ASCII3 { return [BitConverter]::ToUInt16($prop.Value, 0) } # SHORT4 { return [BitConverter]::ToUInt32($prop.Value, 0) } # LONG5 { returnConvert-Rational$prop.Value } # RATIONAL7 { return$prop.Value } # UNDEFINED9 { return [BitConverter]::ToInt32($prop.Value, 0) } # SLONG10 { returnConvert-Rational$prop.Value } # SRATIONALdefault { return$prop.Value } } } }process {if (-not (Test-Path$Image)) {Write-Error"File not found: $Image"return }try {$imageObj = [System.Drawing.Image]::FromFile($Image)# Hashtabelle für EXIF-Daten$exifData = [ordered]@{}# Die EXIF-Daten sind PropertyItems des Image-Objektsforeach ($propin$imageObj.PropertyItems) {# Konvertiere die numerische Property-ID in einen 4-stelligen Hexadezimal-String (z.B. 0x829A)$id = '{0:X4}'-f$prop.Id# Verwende einen sprechenden Namen aus $exifTags, falls verfügbar, sonst einen generischen Namen$name = $exifTags[$prop.Id] ?$exifTags[$prop.Id] : "Unknown_0x$id"# Dekodiere den Property-Wert mit der Hilfsfunktion, abhängig vom Typ$value = Get-ExifValue$prop# Speichere den Property-Namen und den dekodierten Wert in der Hashtabelle$exifData[$name] = $value }$imageObj.Dispose()# Gib alle EXIF-Daten als PowerShell-Objekt aus [PSCustomObject]$exifData }catch {Write-Error"Could not read EXIF data from $Image. $_" } }}Export-ModuleMember -Function Get-ExifData# Anwendung:# Import-Module ".\Get-ExifData.psm1"# Get-ExifData -Image "C:\Path\To\Your\image.jpg"
In meinen Seminaren und Beratungen oft Thema: Was genau bedeuten eigentlich die Lizenzen, die jedem nuget-Paket mitgegeben werden? Muss man sich darum kümmern?
Die zweite Frage beantwortet sich eigentlich ganz einfach: Wenn Lizenzbedingungen nicht wichtig wären, wären sie nicht angeben! Da die meisten meiner Kunden gewerblich Software entwickeln, kann die Nichtbeachtung von Drittlizenzen richtig teuer werden.
Die Lizenzangaben zu den nuget-Paketen regeln, inwieweit und zu welchen Bedingungen ein nuget-Paket in einem Softwareprodukt verwendet werden darf, ob und zu welchen Bedingungen ein Paket verändert werden darf, und in einigen Fällen auch, wie die Weitergabe des Pakets im Deployment auszusehen hat.
Liste der häufigsten Lizenzmodelle
Hier die am häufigsten verwendeten Lizenzen auf nuget.org, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
MIT Lizenz
Beschreibung: Sehr permissive Lizenz. Die Software darf frei genutzt, verändert, kopiert und sogar in kommerziellen Produkten verwendet werden.
Bedingungen: Der Lizenztext muss beigefügt werden.
Eignung: Unproblematisch für kommerzielle und nicht-kommerzielle Nutzung.
Apache License 2.0
Beschreibung: Sehr frei, erlaubt Nutzung, Modifikation und Vertrieb, auch kommerziell.
Bedingungen: Lizenztext und Copyright-Hinweis müssen erhalten bleiben. Bei Änderungen muss angegeben werden, was geändert wurde. Es gibt eine explizite Patentklausel.
Eignung: Unproblematisch für kommerzielle und nicht-kommerzielle Nutzung.
BSD License (meist 2-Clause oder 3-Clause)
Beschreibung: Sehr ähnlich wie MIT, mit leichten Unterschieden bei Haftungsausschluss und Werbung (Details im Lizenztext).
Bedingungen: Lizenztext muss unverändert weitergegeben werden, es darf keine Werbung mit dem Paket oder dem Namen des Rechteinhabers gemacht werden (3-Clause).
Eignung: Unproblematisch für kommerzielle und nicht-kommerzielle Nutzung.
GPL (General Public License)
Beschreibung: Strikte Copyleft-Lizenz. Jede Software, die GPL-Code nutzt, muss selbst unter der GPL veröffentlicht werden!
Bedingungen: Wer ein GPL-Paket verwendet und die Software verteilt, muss den Quellcode seiner Software ebenfalls unter GPL offenlegen!
Eignung:Nicht geeignet für proprietäre oder kommerzielle Software, wenn man den Quellcode nicht veröffentlichen will. Für Open Source-Projekte geeignet.
LGPL (Lesser General Public License)
Beschreibung: Weniger strikt als GPL. Erlaubt die Nutzung in proprietärer Software, solange die LGPL-Komponente getrennt bleibt (z. B. als DLL).
Bedingungen: Änderungen am LGPL-Code müssen veröffentlicht werden.
Eignung:Mit Einschränkungen für kommerzielle Nutzung möglich, solange man sich an die Bedingungen hält.
Proprietäre/Eigene Lizenzen
Beschreibung: Der Rechteinhaber gibt individuelle Bedingungen vor. Häufig sind Einschränkungen bei kommerzieller Nutzung oder Verteilung enthalten. Hier hilft nur Lesen!
Eignung:Nur nach Prüfung der Lizenzbedingungen bedenkenlos nutzbar!
Public Domain
Beschreibung: Software ohne jegliche Lizenzbeschränkungen („gemeinfrei“).
Eignung:Bedenkenlos für alle Anwendungsfälle.
TL;DR
Zusammenfassend lässt sich sagen: Für kommerzielle Softwareentwicklung eignen sich MIT, Apache 2.0, BSD und Public Domain.
Mit Vorsicht zu verwenden sind LGPL und proprietäre Lizenzen, in beiden Fällen sollte eingehend geprüft werden, ob sich diese Lizenzen verwenden lassen. Ggf. wäre hier die Prüfung durch die Rechtsabteilung (wenn vorhanden) oder einen Fachanwalt ratsam.
GPL kommt nur dann in Frage, wenn der eigene Quellcode auch bedenkenlos unter GPL veröffentlicht werden kann. Dies ist bei kommerzieller Software selten der Fall.
Tipp: Viele Entwicklerteams legen sich ein eigenes, lokales nuget-Repository an, in dem nur die Pakete zur Verfügung gestellt werden, deren Lizenzbedingungen zu den Produkten des Hauses passen, und entfernen in Visual Studio das standardmäßig vorhandene nuget.org-Repository.
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